Vegetarierin aus Selbstliebe

Vor einigen Jahren dachte ich noch (wie vermutlich viele Menschen) „ohne Fleisch kann ich nie leben“. Vegetarierer und Veganer tangierten mich nicht einmal peripher. Selbst als ich eine beste Vegetarier-Freundin hatte. Ich akzeptierte sie, sie akzeptierte mich, wer was aß war nebensächlich.

Ein paar Jahre später verschlug es mich eine Zeit lang auf eine kleine Insel, weit weg von allen gewohnten Einflüssen. Ich folgte meinem natürlichen Instinkt. Im Nachhinein stellte ich fest, dass ich doch tatsächlich in vier Monaten nur dreimal Fleisch gegessen hatte. Runter von der Insel und rein in mein gewohntes Stadtleben… ohhh wie gut war doch diese Salami-Pizza nach einer durchgefeierten Partynacht. Doch irgendetwas hatte sich trotzdem verändert – nämlich der Umgang mit mir selbst. Ich lerne Yoga, mich selbst und meinen Körper kennen. Ich lernte zu verstehen und zu erkennen was mir gut tat und was nicht. Ich lernte, wie Gedanken, Worte und Taten meine Realität kreierten und mich formten.

Wir wissen, dass unsere Emotionen, Worte und Taten unseren Körper beeinflussen. Wir wissen, dass wenn wir traurig und depressiv sind, auch unser Körper krank wird. Es ist bei Tieren nichts anderes. Ein Tier das leidet hat einen kranken Körper. Wenn ein Tier stirbt, produziert der Körper Stresshormone und pumpt sie in den Körper. Bei manchen Tieren geschieht das oft ein ganzes Leben lang, weil sie lebenslanger Qual und Folter ausgesetzt sind. Manche von ihnen haben ihr ganzes Leben lang keinen einzigen Sonnenstrahl gesehen. Indem wir das Fleisch dieser Tiere essen, nehmen wir ihre Ängste und ihre Depressionen, ihren Kummer und ihren Schmerz in uns auf weil wir ihr Fleisch verdauen und eins werden mit ihm. Denn mein Magen existiert nicht abgesondert von mir, er ist ein Teil von mir. Ich bin eins mit ihm und eins mit allem was sich in ihm befindet.

Obwohl mir all dies mehr und mehr bewusst war, aß ich dennoch hin und wieder Fleisch. Ich konnte manchmal nicht widerstehen. Bis zu jenem Zeitpunkt, als ich mit meinem Paps und meinem Bruder in einem Restaurant war wo ich Hühnerkeulen bestellte. Als ich das Fleisch einer Hühnerkeule zur Hälfte gegessen hatte, kam der Knochen zum Vorschein. Ein Knochen, der zerbrochen war. Ich spürte den Schmerz dieses Tieres. Was wohl geschehen sein musste, dass dieser Knochen brach. Wie es wohl gelitten haben musste. Welcher Todesangst und welcher Folter es wohl ausgesetzt gewesen war. Ich spürte, welche Gewalttätigkeit ich hier unterstützte indem ich dieses Fleisch bestellte und aß. Es rannte mir kalt den Rücken hinunter. Ich wollte um keinen Preis der Welt meinem Körper dieses Fleisch zuführen. Ab diesem Zeitpunkt erklärte ich meinen Körper zur tierfreien Zone, bis ans Ende meines Lebens. Ahimsa (Sanskrit, f., अहिंसा, ahiṃsā, wörtlich das Nicht-Verletzen) bedeutet in der Yoga Philosophie Gewaltlosigkeit, nach außen und auch sich selbst gegenüber. Dem verpflichte ich mich – aus Selbstliebe.

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Über Miss M

I am alive. To live the life I consciously choose to create.
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