Be Food Free Prozess – 21 Tage

Ohne Nahrung zu leben ist in den Schriften der Veden als eine von 400 Yogic Powers beschrieben. Es gibt viele Yogis auf der Welt, die ohne feste Nahrung leben und dadurch Gesundheit, Energie und ein höheres Bewusstsein erlangen.

Der 21-Tage Be Food Free Prozess „Nirahara Samyama“ war im Juli 2016 der erste den ich gemacht habe. Er zeigte mir unfassbar viele Muster auf, welche ich mir im Zusammenhang mit Nahrung angeeignet hatte. Der Prozess ist von Avatar Sri Paramahamsa Nithyananda Swamiji initiiert und vorgegeben. Es geht dabei nicht darum abzunehmen, es ist KEIN Fasten und kein Hungern. Es geht darum, sich von zwanghaften und einschränkenden Gedanken- und Verhaltensmustern wie beispielsweise Irritation, Stress oder Abhängigkeiten zu befreien. Liebe und Nahrung sind die ersten beiden „Dinge“ die wir in unserem Leben von der Mutter erhalten. Im frühkindlichen Alter werden diese beiden Wahrnehmungen miteinander verknüpft und in Zusammenhang gebracht. Klingt logisch oder?

Frustessen, überessen, Belohnungssystem „Essen“, gesellschaftliches Zusammenkommen, feiern, Liebe ausdrücken indem wir für jemanden kochen, für uns selbst sorgen – all das verbinden wir bewusst oder unbewusst mit Nahrung/Essen.

Zum Ablauf von Nirahara Samyama: Level 1 sind zwei Tage ohne feste Nahrung. Am dritten Tag darf man essen worauf man Lust hat. Level 2 dauert anschließend fünf Tage, am 9. Tag darf gegessen werden. Level drei beginnt nach dem 9. Tag und bedeutet 12 Tage ohne feste Nahrung. Zu sich nimmt man Flüssigkeiten aller Art: Wasser, Tee, Smoothies, Buttermilch, Yoghurtdrinks oder Suppen. Der Magen soll immer gefüllt sein, nicht überfüllt und auch nicht leer. Die Voraussetzung um zu beginnen ist gesund zu sein. Bereits bei einer Verkühlung soll davon abgelassen werden. Täglich ist eine 21-minütige Meditation auszuüben und Satsangs von Avatar Sri Paramahamsa Nithyananda zu verfolgen.

Du fragst dich, was mir das Ganze Trara gebracht hat?
Here we go:

  • Leben, in vollen Zügen: Am ersten Tag des Prozesses saß ich in der Arbeit und hatte eine kleine Meinungsverschiedenheit mit meiner Kollegin. Der erste Gedanke war: Ich will jetzt bitte frühstücken. Es vergingen 10 Minuten wo ich von dieser Gedankenspiralle gefangen war mit „ich darf nicht“, „schon am ersten Tag wieder einen Rückzieher machen“ und so weiter und so fort. 10 Minuten später konfrontierte ich mich mit dem Leben, sprach an was mich beunruhigte und wir lösten es innerhalb von 10 Sekunden auf, gewannen an Vertrauen und Lösungskompetenz. Ich lernte in diesen 21 Tagen das Leben zu konfrontieren. Mich mit den Dingen die auftauchen im Moment oder kurz nachdem sie aufgetaucht sind auseinanderzusetzen. Ich lernte, das Leben voll und ganz zu leben. Jeden Moment anzunehmen wie er ist und einzutauchen, einzuatmen, in vollen Zügen.
  • Klarheit und Konzentration: Am Morgen wachte ich normalerweise auf und kurz danach überlegte ich was ich denn zum Frühstück wolle. Irgendwann später ähnliche Fragen zu Mittag: was ich denn nun wirklich will, worauf ich Lust habe, was gesund für mich ist, was ich mir gönne, was ich heute und was vielleicht lieber morgen essen mag. Planung. Nicht zu essen schaffte einen klaren Kopf. Ich hatte noch nie zuvor so viele klare Gedanken und geistige Ruhe.
  • Unabhängigkeit: Ich bemerkte, dass ich im Leben meinen emotionalen oder physischen Zustand von Nahrung abhängig machte. „Ich bin müde weil ich hungrig bin“, „ich brauche Schokolade um besser gelaunt zu sein“, „ich brauch Zucker um mich zu pushen“, „ich bin träge weil ich zu viel gegessen habe“. Ich befreite mich von diesen Verknüpfungen, die meinen emotionalen Zustand in ein Hoch oder Tief brachten. All diese Gedanken wie dass ich beispielsweise Schokolade brauche, kommen auch jetzt noch. Doch sind sie mir bewusst und ich kann mich dann entscheiden, ob ich trotzdem Schoki mag oder nicht, ohne einen emotionalen oder physischen Zusammenhang zu begründen. Dieser Prozess ermöglichte mir eine weitere Freiheit, nämlich  meinen Tag bzw. meine Aktivitäten wie Sport etc. nicht an die Nahrungsaufnahme anzupassen.
  • Kraft: Meine Muskeln bauten sich schneller auf. Jede Yogaeinheit die ich machte fühlte sich doppelt so kraftvoll an. Es war als würden die Blockaden, die Schwere aus den Muskeln und dem Gewebe verschwinden. Mein Körper fühlte sich frei und flexibel an. Kraft gewann ich nicht nur auf der physischen Ebene, sondern  viel mehr auf der mentalen Ebene. Ich beobachtete meine Gedanken und wurde mir so vieler Denkmuster bewusst. Und ich ließ sie alle konstant los. Tag für Tag bewegte ich mich vorwärts, in Richtung mentaler Stärke und Standfestigkeit.
  • Gewichtsverlust: Ich verlor 1 – 2 kg in den 21 Tagen. Ich verlor Fettpölsterchen. Es passierte also genau das, was ich mir gewünscht hatte. Gleichzeitig tauchte eine tiefe Angst auf Gewicht zu verlieren und im weiteren Sinne, die Angst davor zu sterben wenn ich nichts esse. Nach einigen Tagen wurde mir Schritt für Schritt bewusst, dass diese Angst ein Gedankenkonstrukt war. Eine Illsuion und Angst, die ich gerne gehen ließ weil diese Angst weder real noch gesund für mich ist.
  • Zeit: Nach zwei Tagen ohne Essen saß ich vor meinem Computer, hatte ein Skype-Gespräch mit meiner Freundin aus Seattle die den Prozess ebenfalls machte und realisierte: ich hatte in den letzten zwei Tagen meine Wohnung geputzt, all die Wäsche gewaschen, Vorhangstangen besorgt und so vieles mehr, das ich sonst in 5 Tagen nicht schaffte. Es war zu diesem Zeitpunkt 8 Uhr abends und ich dachte „Was mache ich jetzt mit dem ganzen restlichen Abend“. Mir wurde bewusst, wie viel Lebenszeit ich alleine damit verbrachte an Essen kaufen, kochen etc. zu denken, ganz zu schweigen von dann tatsächlich zu kochen, zu essen und wieder abzuwaschen.
  • Energie: Wach, erwacht, energie-erfüllt, gelangweilt oder müde zu sein ist eine Entscheidung. Es ist eine Einstellung. Es ist ein „Ja“ oder „Nein“ zum Leben. Mehr nicht.
  • Vertrauen: Am 3. und 9. Tage lernte ich, dass ich immer wieder Essen werde können. Ich kann es tun, muss es aber nicht. Ich lernte, dass es kein Problem ist eine Mahlzeit ausfallen zu lassen. Ich lernte, dass es mir sogar gut tut sowie Klarheit und Leichtigkeit bringt und gewann Vertrauen in meinen Körper, in mich selbst. Natürlich hatte ich den Gedanken am Beginn des Prozesses „zum Glück sind es nur zwei Tage und dann kann ich schon wieder einen Tag essen“, oder „am 3. Tag muss ich viel essen um die nächsten Tage durchzuhalten“. Heute weiß ich, dass ganz gleich ob es 3, 9 oder 25 Tage ohne Essen gewesen wären, mein Kopf hätte mir unabhängig von der Dauer auch dann gesagt „einen Tag länger hätte ich es nicht mehr ausgehalten“. Es kommt bei einem Gedankenmuster nicht darauf an was im aussen geschieht, ein Muster findet einen Grund laut zu werden.
  • Nahrung: Am 3. und 9. Tag, dem ersten und zweiten Ess-Tag im Prozess ging ich einkaufen – alles worauf ich Lust hatte. Ich sorgte „endlich“ wieder für mich. Da wurde mir am 9. Tag bewusst: Wie sorge ich für mich? Durch Essen kaufen. Aber wie sorgte ich denn dann die anderen Tage für mich? Auf einer anderen Ebene die mich tiefgründiger nährte: Ich gönnte mir Pausen wenn mein Körper dies wollte, nämlich ganz automatisch habe ich mich hingesetzt, einfach 5 Minuten und dann bin ich ohne es bewusst zu steuern wieder aufgestanden. Mir wurde klar, dass ich davor Essen benutzte um mir eine Pause zu gönnen, ein weiteres Verhaltensmuster das ich loslassen darf. Ich sorgte in diesen 21 Tagen für mich indem ich mir bewusst „nahrhafte“ Situationen schaffte, meditierte, ein spirituelles Buch laß und dadurch meine Seele und meinen Geist nährte.
  • Gesundheit: Mir wurde klar, dass es nicht darauf ankommt was ich an Essen nicht zu mir nehme um gesund zu sein. Wir haben so viele Meinungen darüber was uns gut tut und was nicht, welche Nährstoffe wir brauchen und welche nicht. Wir vergessen, dass der Körper alles produziert was wir brauchen. Er hat durch all den Überfluss den wir ihm anerzogen haben nur verlernt dies zu tun. Das durfte ich in jeder Zelle meines Körpers fühlen – und dafür bin ich unglaublich dankbar.

Es waren unfassbar tolle 21 Tage Nirahara Samyama – Yogic Spirit and Lifestyle.

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Über Miss M

I am alive. To live the life I consciously choose to create.
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3 Antworten zu Be Food Free Prozess – 21 Tage

  1. Kerstin schreibt:

    Kompliment und alle Achtung. Ich habe mich mal zwei Tage von so einem Getränk als Nahrungsersatzmittel ernährt. Eine Kollegin hat immer solche „Kuren“ gemacht und ich wollte mal testen, wie das ist. Das war echt nichts. Wobei der Drink einfach scheußlich war. Mag also daran gelegen haben. Frage: Nach den 21 Tagen ist Schluss? Oder geht es dann wieder von vorne los? Liebe Grüße, Kerstin

    • Miss M schreibt:

      Ja quälen muss man sich ja nicht ;D
      Ja, nach 21 Tagen habe ich wieder ganz normal gegessen. Die Wahrnehmung ist nur eine völlig andere. Man kann natürlich wieder einen 21-Tage Prozess starten, beginnt immer am Ersten des Monats. Ich würde keinen anderen Prozess machen, da es auf die Energie darauf ankommt mit der man an die Sache ran geht. Alle Infos findest du auch hier: http://bfoodfree.org
      Viele Grüße liebe Kerstin! :)

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