Die Sache mit dem Glück

Wir ver(sch)wenden das Wort Glück heutzutage oft sehr missbräuchlich. „Er/Sie macht mich glücklich“, „Meine neuen Schuhe machen mich glücklich“, „Ich bin glücklich, weil ich mein Ziel erreicht habe“ usw. Natürlich muss ich mich als allererstes selbst  an der Nase nehmen. Neulich neue Stiefel gekauft, die Wohnungstür geöffnet, die Stiefel angezogen und den ganzen Abend wie frisch verliebt damit durch die Wohnung gelaufen. Bald landete ich wieder auf dem Boden der Tatsachen, so perfekt und zu jedem Kleidungsstück passend waren sie gar nicht. Gestern landeten sie wieder im Geschäft und ich war dankbar, dass die Verkäuferin das Glück wieder zurückgenommen hat und mir einen Gutschein stattdessen ausstellte. Ein seltsames Gefühl, den Gutschein für das Glück in den Händen zu halten.

Wenn ich zurück denke an jene Augenblicke, in denen ich in meinem Leben glücklich war, dann habe ich dabei gelacht. Ein ehrliches, helles Lachen in Momenten die ich gemeinsam mit Menschen erlebte die ich manchmal gut kannte, manchmal erst seit ein paar Minuten, oder die mittlerweile nicht mehr am Leben sind. An Orten, die ich in und auswendig kenne, aber auch an solchen, die ich vielleicht nie wieder besuchen werde. Kein Moment in welchem ich glücklich war hat etwas mit dem anderen gemeinsam. Außer das ich gelacht habe und den Moment in vollen Zügen genossen habe (manchmal in Kombination mit der einen oder anderen Freudenträne).

Bei Wikipedia beginnt der Eintrag über das Glück mit dem Satz „Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff,…“. Da kann man doch nur den Kopf schütteln.

Glück ist ein Gefühl, welches man nicht durch etwas von außen ermöglichen oder sogar erzwingen kann. Man muss es zulassen können. Selbst jener Mensch der alles besitzt im Leben kann seine Tage mit hängenden Mundwinkeln durchleben, wenn er das Schöne im Leben, ehrliche Gefühle und einzigartige Momente nicht annehmen kann.

Wir können auch nicht erwarten, dass andere Menschen uns glücklich machen. Dann übergeben wir die Verantwortung für unser Glück anderen Menschen und machen uns von ihnen abhängig. Es ist gleichzeitig auch ein sehr befreiendes Gefühl es von der anderen Seite zu betrachten: denn wir sind auch nicht für das Glück anderer Menschen verantwortlich. Wir sind nur für unser eigenes zuständig und können es in jedem einzelnen Moment ermöglichen…

Es ist Zeit für kollektives Mundwinkel hochziehen und Zähne zeigen. Guten Morgen.

 

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Über Miss M

I am alive. To live the life I consciously choose to create.
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